Rechtliche Regeln am Wasser
Die jeweiligen Landesgesetze und Gewässerordnungen bestimmen, ob dein Hund ans Ufer darf. Meist gilt eine strenge Leinenpflicht während der Brutzeit und Setzzeit.
Bevor du Rute und Kescher ins Auto packst, musst du dich genau informieren, ob dein Hund am ausgewählten Gewässer überhaupt geduldet wird. Die rechtliche Lage ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt, sondern gleicht einem Flickenteppich aus Landesgesetzen, Kommunalverordnungen und vereinsinternen Regeln. Grundsätzlich gibt das jeweilige Landesfischereigesetz in Kombination mit dem Landeswaldgesetz oder Wassergesetz vor, wer das Ufer betreten darf.
Besondere Vorsicht ist während der sogenannten Brut- und Setzzeit geboten, die meist von März oder April bis Mitte Juli andauert. In dieser Zeit herrscht an nahezu allen Gewässern eine strikte Leinenpflicht, um Bodenbrüter und Jungtiere nicht zu gefährden. Doch selbst außerhalb dieser Monate bist du nicht automatisch auf der sicheren Seite. Die Gewässerordnung des lokalen Angelvereins oder Pächters steht oft über den allgemeinen Gesetzen und kann das Mitführen von Hunden komplett untersagen.
Es lohnt sich also, die Papiere für das jeweilige Gewässer genau zu studieren. Wenn du beispielsweise deinen Angelschein in Bayern gemacht hast und dort an einem streng regulierten Pachtgewässer sitzt, gelten die individuellen Regeln des ansässigen Vereins. Reist du für einen Angelurlaub in ein anderes Bundesland und angelst nach deinem Angelschein in Nordrhein-Westfalen am Rhein, musst du dich an die dortigen behördlichen Uferbetretungsrechte halten. Informiere dich daher immer im Vorfeld, um unangenehme Diskussionen oder gar einen Platzverweis am Wasser zu vermeiden.
Schutz der Natur und Wildtiere
Dein Hund darf keinesfalls brütende Vögel oder andere Wildtiere am Wasser aufschrecken. Du bist als Angler für den Naturschutz am Uferbereich voll verantwortlich.
Als Angler bist du Gast in der Natur und trägst eine große Verantwortung für das Ökosystem am Ufer. Diese Verantwortung erstreckt sich nahtlos auf deinen vierbeinigen Begleiter. Die Uferzonen, Schilfgürtel und Flachwasserbereiche sind extrem sensible Lebensräume. Hier nisten seltene Wasservögel, Fische laichen ab und Amphibien sowie Kleinsäuger finden Unterschlupf. Ein Hund, der unkontrolliert durch das Schilf stöbert oder wild ins Wasser springt, kann enormen Schaden anrichten.
Dein Hund darf unter keinen Umständen brütende Vögel aufschrecken oder Wildtiere jagen. Ein ausgeprägter Jagdtrieb, der beim Anblick einer schwimmenden Ente oder eines vorbeiziehenden Bibers unkontrollierbar wird, ist am Angelplatz ein absolutes Ausschlusskriterium. Du bist für das Verhalten deines Tieres voll haftbar. Werden Nester zerstört oder Tiere gehetzt, drohen dir nicht nur empfindliche Geldbußen durch die Untere Naturschutzbehörde, sondern im schlimmsten Fall auch der Entzug deiner Angelerlaubnis für das entsprechende Gewässer.
Ein guter Angelhund zeichnet sich durch absolute Ruhe am Platz aus. Trainiere frühzeitig Kommandos wie "Bleib" oder "Decke", damit der Hund auch dann entspannt liegen bleibt, wenn in unmittelbarer Nähe ein Fisch an der Oberfläche raubt oder ein Wasservogel landet. Zeigt dein Hund starkes Interesse an der Umgebung, sichere ihn präventiv mit einer ausreichend langen Schleppleine an deinem Stuhl oder einem stabilen Erdspeer, damit er einen fest definierten Radius nicht verlassen kann.
Gefahren durch Köder und Haken
Angelhaken, scharfe Messer und giftige Köder wie Teig mit Lockstoffen müssen absolut hundesicher verstaut sein. Ein verschluckter Haken ist ein lebensgefährlicher Notfall.
Ein Angelplatz ist voller potenzieller Gefahren für einen neugierigen Hund. Hunde erkunden ihre Welt intensiv über die Nase und den Mund, was gerade beim Angeln fatal enden kann. Herumliegendes Grundfutter, Boilies oder Teig, der mit künstlichen Aromen und Lockstoffen versetzt ist, riecht für viele Vierbeiner unwiderstehlich. Das Fressen dieser Köder kann jedoch zu schweren Magenverstimmungen, Durchfall oder je nach Inhaltsstoff sogar zu leichten Vergiftungen führen. Verschließe deine Köderboxen daher immer sorgfältig.
Die mit Abstand größte Gefahr geht jedoch von deinen Angelhaken und scharfen Werkzeugen aus. Ein herumfliegender Drilling, ein montierter Gummifisch oder ein Stück Vorfachschnur mit Haken sind massive Risiken. Schnappt der Hund nach einem Köder oder tritt er in einen ungesicherten Haken, ist schnelles Handeln gefragt. Ein verschluckter Haken ist ein lebensgefährlicher medizinischer Notfall, der umgehend tierärztlich operativ versorgt werden muss, da er innere Organe verletzen kann.
Gerade beim Streetfishing, wenn du deinen Angelschein in Hamburg nutzt, ist der Platz an den Kaimauern oft begrenzt und das Gerät liegt dicht gedrängt neben dir. Hier ist besondere Disziplin gefragt. Lass niemals beköderte Ruten unbeaufsichtigt auf dem Boden liegen, wenn der Hund frei herumläuft. Auch scharfe Filiermesser oder Ködernadeln müssen nach dem Gebrauch sofort wieder in ihre Schutzhüllen und in die Tackle-Box wandern. Ein aufgeräumter Angelplatz ist der beste Schutz vor schmerzhaften Verletzungen deines Hundes.
Die richtige Ausrüstung für deinen Hund
Neben Wasser und Napf gehören ein Erste-Hilfe-Set, ein Sonnenschutz und ein bequemer Liegeplatz in deine Tasche. So bleibt dein Begleiter auch bei langen Ansitzen im Sommer entspannt.
Damit der Ansitz für deinen Hund nicht zur Strapaze wird, benötigt er seine eigene, gut durchdachte Ausrüstung. Ein ganzer Tag am Wasser kann lang und anstrengend sein, besonders wenn das Wetter umschlägt. Der Boden am Ufer ist oft feucht, steinig oder stark ausgekühlt. Packe daher unbedingt eine isolierende Hundematte oder ein leichtes Outdoor-Hundebett ein. So hat dein Begleiter einen bequemen, trockenen Liegeplatz, der ihn vor Bodenkälte schützt und ihm gleichzeitig als klar definierter Ruheort dient.
Im Sommer ist ein ausreichender Sonnenschutz unverzichtbar. Ein Angelschirm oder ein spezielles kleines Hundezelt bewahrt deinen Vierbeiner vor Überhitzung, wenn am Ufer keine natürlichen Schattenplätze durch Bäume vorhanden sind. Auch die Wasserversorgung muss gesichert sein. Lass deinen Hund nicht einfach aus dem Gewässer trinken, da stehende Gewässer im Hochsommer oft mit Blaualgen oder Bakterien belastet sind. Nimm immer reichlich frisches Leitungswasser und einen faltbaren Trinknapf mit.
Zur Grundausstattung in deiner Angeltasche sollte außerdem ein kompaktes Erste-Hilfe-Set für Hunde gehören. Eine Zeckenzange, Desinfektionsspray, Verbandsmaterial und eine Pinzette helfen dir, kleine Verletzungen sofort zu versorgen – etwa wenn der Hund in eine Glasscherbe am Ufer getreten ist. Planst du einen Ansitz bis in die späten Abendstunden oder gar zum Nachtangeln, ist zudem ein Leuchthalsband oder ein kleines Positionslicht am Geschirr extrem hilfreich. So behältst du auch im Dunkeln immer den genauen Überblick, wo sich dein Hund gerade aufhält.
Verhalten bei Kontrollen durch Aufseher
Fischereiaufseher prüfen nicht nur deinen Angelschein, sondern auch die Einhaltung der Uferbetretungsrechte mit Hund. Halte deinen Vierbeiner bei Kontrollen stets bei Fuß oder an der Leine.
Früher oder später wirst du beim Angeln von einem Fischereiaufseher oder der Wasserschutzpolizei kontrolliert. Diese Kontrolleure prüfen nicht nur deine Papiere und deinen Fang, sondern achten auch streng auf die Einhaltung der Natur- und Umweltschutzvorgaben am Wasser. Dazu gehört ganz explizit die Überprüfung, ob du die Uferbetretungsrechte und mögliche Leinenpflichten bezüglich deines Hundes einhältst.
Wenn du bemerkst, dass sich ein Kontrolleur deinem Angelplatz nähert, solltest du sofort proaktiv handeln. Rufe deinen Hund umgehend zu dir ins "Fuß" oder auf seine Decke und leine ihn an, falls er nicht ohnehin schon gesichert ist. Der Aufseher muss deinen Platz gefahrlos betreten können, ohne von einem territorialen oder überschwänglichen Hund angebellt, angesprungen oder bedroht zu werden. Eine freundliche Kommunikation hilft hier ungemein: Signalisiere dem Kontrolleur direkt, dass der Hund gesichert ist und er entspannt näherkommen kann.
Halte zudem deine Dokumente stets griffbereit in einer wasserdichten Mappe. Nichts ist stressiger, als bei einer Kontrolle hektisch alle Taschen durchsuchen zu müssen, während du gleichzeitig versuchst, einen aufgeregten Hund zu beruhigen. Zeigst du dem Fischereiaufseher, dass du deinen Hund vollständig unter Kontrolle hast und dich vorbildlich an die Regeln des Gewässers hältst, verläuft die Überprüfung in der Regel völlig entspannt und ist nach wenigen Minuten in freundlicher Atmosphäre erledigt.
Wenn du dich optimal auf deine künftigen Ausflüge ans Wasser vorbereiten möchtest, findest du alle Informationen zum Start auf angelschein-online.net.



