Vor dem Start: Anmeldung und Ausweiskontrolle
Zu Beginn der Prüfung legst du deinen Personalausweis und die Prüfungszulassung vor. Nur mit gültigen Dokumenten darfst du am Test teilnehmen.
Wenn du am Tag der Fischerprüfung am Prüfungsort ankommst, ist die erste Station immer die Anmeldung und Ausweiskontrolle. Sei unbedingt pünktlich, am besten schon zwanzig bis dreißig Minuten vor dem offiziellen Beginn. Wenn du zu spät erscheinst, riskierst du den Ausschluss von der Prüfung und die bereits gezahlte Gebühr verfällt.
An der Anmeldung musst du nachweisen, dass du berechtigt bist, an der Prüfung teilzunehmen. Lege dafür deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass bereit. Ein Führerschein reicht in der Regel nicht als alleiniges Ausweisdokument aus. Neben dem Ausweis verlangen die Prüfer auch deine offizielle Prüfungszulassung. Diese erhältst du meist nach der Anmeldung und Überweisung der Prüfungsgebühr per Post oder E-Mail. In einigen Regionen musst du zusätzlich noch das Zertifikat über deinen absolvierten Vorbereitungskurs vorzeigen. Wenn du beispielsweise deinen Angelschein in Nordrhein-Westfalen ablegst, sind die Vorgaben bezüglich der Zulassungsdokumente und der Kurspflicht streng geregelt.
Nachdem deine Identität bestätigt und die Dokumente abgehakt sind, wird dir dein Sitzplatz zugewiesen. Achte darauf, dass du auf deinem Platz nur die erlaubten Utensilien bereitlegst. Das ist normalerweise nur ein Kugelschreiber, oft wird dieser aber sogar direkt gestellt, um Betrugsversuche von vornherein zu vermeiden. Handys, Smartwatches und eigene Notizzettel müssen zwingend in der Tasche bleiben und ausgeschaltet werden. Wer bei der Ausweiskontrolle oder später mit unerlaubten Hilfsmitteln erwischt wird, fällt sofort durch. Sobald alle Teilnehmer registriert sind und auf ihren Plätzen sitzen, erklären die Prüfer noch einmal die genauen Regeln für die kommenden Stunden. Höre hier genau zu, denn hier erfährst du auch, wie du Korrekturen auf dem Fragebogen vornimmst, falls du dich bei einer Antwort vertan hast.
Der theoretische Prüfungsteil
Du beantwortest im Multiple-Choice-Verfahren rund 60 Fragen aus verschiedenen Themengebieten. Dafür hast du meist ein bis zwei Stunden Zeit.
Sobald die Formalitäten erledigt sind, beginnt der wichtigste Teil des Tages: die theoretische Prüfung. Dir wird ein Fragebogen ausgeteilt, der in der Regel 60 Multiple-Choice-Fragen umfasst. Das bedeutet, dass dir zu jeder Frage drei mögliche Antworten vorgegeben werden, von denen nur eine einzige richtig ist. Du musst also keine freien Texte formulieren, sondern lediglich das passende Kästchen ankreuzen.
Die Fragen decken alle relevanten Themengebiete ab, die du im Vorbereitungskurs intensiv gelernt hast. Meistens sind das die Allgemeine Fischkunde, die Spezielle Fischkunde, Gewässerkunde, Gerätekunde sowie Gesetzeskunde und Natur- und Tierschutz. Aus jedem dieser Themengebiete werden in etwa gleich viele Fragen gestellt. Um zu bestehen, musst du eine bestimmte Mindestanzahl an richtigen Antworten erreichen. Oft liegt diese Grenze bei insgesamt 45 korrekten Antworten, wobei aus jedem einzelnen Themenblock mindestens die Hälfte der Fragen richtig beantwortet sein muss. Die exakten Vorgaben variieren leicht, je nachdem in welchem Bundesland du antrittst. Wenn du deinen Angelschein in Bayern machst, begegnen dir beispielsweise spezifische Fragen zu den dortigen Landesgesetzen, Mindestmaßen und Schonzeiten.
Für die Bearbeitung des Fragebogens hast du in den meisten Fällen zwischen ein und zwei Stunden Zeit. Das klingt zunächst knapp, reicht in der Praxis aber völlig aus. Viele Prüflinge sind schon nach zwanzig bis dreißig Minuten fertig. Lies dir jede Frage und die dazugehörigen Antwortmöglichkeiten trotzdem in aller Ruhe durch. Oft verstecken sich kleine Stolpersteine in der Formulierung, wie etwa ein "nicht" am Ende eines Satzes. Wenn du dir bei einer Antwort unsicher bist, markiere die Frage leicht am Rand und gehe zunächst zur nächsten über. Am Ende kannst du ohne Zeitdruck zu den kniffligen Fragen zurückkehren. Hast du alles vollständig ausgefüllt, gibst du den Bogen beim Aufsichtspersonal ab.
Die praktische Prüfung und Gerätekunde
Je nach Bundesland musst du eine Angelrute für einen bestimmten Zielfisch waidgerecht zusammenbauen. Dabei wird auch das Erkennen von Fischarten und Angelzubehör geprüft.
In einigen Bundesländern ist nach dem theoretischen Test noch lange nicht Schluss. Dann folgt der praktische Teil der Prüfung, der sich oft in zwei Bereiche untergliedert: die Gerätekunde und das Erkennen von Fischarten. Informiere dich im Vorfeld genau, ob dieser Teil für dich relevant ist, denn nicht überall wird eine praktische Prüfung verlangt.
Bei der Gerätekunde ziehst du eine Aufgabe, die dir vorgibt, eine Angelrute für einen bestimmten Zielfisch oder eine spezielle Angelmethode waidgerecht zusammenzustellen. Du stehst dann vor einer großen Auswahl an Ruten, Rollen, Schnüren, Posen, Bleien und Haken. Deine Aufgabe ist es, die passenden Komponenten in der richtigen Reihenfolge auszuwählen. Es geht nicht immer darum, die Rute physisch komplett zusammenzubauen und Knoten zu binden. Oft reicht es aus, das Zubehör in der chronologisch korrekten Reihenfolge, vom Rutenblank bis zum Haken, auf dem Tisch auszulegen. Vergiss dabei niemals das wichtige Zubehör für die waidgerechte Landung: Kescher, Maßband, Schlagholz und Messer sowie der Hakenlöser müssen bei jeder Montage zwingend dabei liegen.
Der zweite Teil der Praxis ist die Fisch- und Pflanzenkunde. Hier legen dir die Prüfer Bildkarten vor, auf denen heimische Fische, Neunaugen, Krebse oder geschützte Wasserpflanzen abgebildet sind. Du musst die gezeigte Art fehlerfrei benennen. Meist musst du aus einem großen Stapel einige Karten ziehen und die abgebildeten Lebewesen identifizieren. Wenn du deinen Angelschein in Niedersachsen oder einem anderen Bundesland mit starkem Praxisbezug absolvierst, solltest du die speziellen Eselsbrücken aus deinem Kurs gut parat haben, um ähnliche Arten wie Rotauge und Rotfeder sicher zu unterscheiden. Wer sich hier gut vorbereitet hat, meistert auch diesen Prüfungsschritt ohne große Nervosität.
Auswertung und Zeugnisübergabe
Das Prüfungsergebnis erfährst du in vielen Bundesländern direkt im Anschluss an die Prüfung. Bei Bestehen erhältst du sofort dein Prüfungszeugnis ausgehändigt.
Nachdem du alle Prüfungsteile hinter dich gebracht hast, beginnt das Warten auf das Ergebnis. Die gute Nachricht ist: In den allermeisten Fällen musst du nicht tagelang auf die Post warten. Die Prüfer werten die Multiple-Choice-Bögen oft noch direkt vor Ort per Schablone oder Scanner aus. Auch das Ergebnis der eventuellen praktischen Prüfung steht sofort fest.
Nach einer kurzen Wartezeit, in der sich die Prüflinge meist draußen über die schwierigsten Fragen austauschen, wirst du wieder in den Raum gerufen oder einzeln an den Tisch gebeten. Dann erfährst du, ob du bestanden hast. Ist das der Fall, erhältst du in der Regel sofort dein offizielles Prüfungszeugnis ausgehändigt. Kontrolliere direkt, ob dein Name, dein Geburtsdatum und deine Adresse auf dem Dokument richtig geschrieben sind, damit es später bei der Behörde keine Probleme gibt.
Solltest du wider Erwarten durchgefallen sein, ist das kein Weltuntergang. Du bekommst eine genaue Rückmeldung, in welchen Themengebieten du zu viele Fehler hattest. Danach kannst du dich für den nächsten Prüfungstermin anmelden und den Test wiederholen. Hast du dein Zeugnis jedoch erfolgreich in der Tasche, bist du deinem Ziel einen großen Schritt näher. Beachte aber, dass das Prüfungszeugnis allein dich noch nicht zum Angeln berechtigt. Mit diesem Dokument gehst du im Anschluss zu deiner zuständigen Gemeinde, Stadtverwaltung oder zum Fischereiamt. Dort wird dir gegen Vorlage des Zeugnisses, deines Ausweises und eines Passbildes der eigentliche Fischereischein ausgestellt. Wenn du beispielsweise in der Hauptstadt lebst und deinen Angelschein in Berlin beantragst, vereinbarst du einfach einen Termin beim Fischereiamt und hältst bald darauf deinen fertigen Ausweis in den Händen, mit dem du dir endlich deine Erlaubniskarten für die Gewässer kaufen kannst.
Für eine optimale Vorbereitung und alle weiteren Schritte auf deinem Weg ans Wasser findest du umfangreiche Informationen auf angelschein-online.net.



