Rechtliche Grundlagen für das SUP-Angeln
Für das Angeln vom SUP benötigst du zwingend einen gültigen Fischereischein und einen Gewässererlaubnisschein. Zusätzlich musst du die lokalen Regelungen für Wasserfahrzeuge beachten.
Wenn du dein SUP aufpumpst und die Angelrute einpackst, betrittst du rechtlich gesehen kein Neuland, sondern unterliegst denselben strengen Vorgaben wie beim klassischen Uferangeln. Die wichtigste Grundregel lautet: Ohne offizielle Dokumente geht nichts. Du benötigst zwingend einen staatlichen Fischereischein, den du nur nach erfolgreich abgelegter Fischerprüfung erhältst. Zusätzlich ist der Gewässererlaubnisschein für das jeweilige Gewässer Pflicht.
Hier lauert allerdings die erste Falle beim SUP-Angeln. Viele Standard-Tageskarten berechtigen ausschließlich zum Fischen vom Ufer aus. Da ein Stand-Up Paddleboard auf dem Wasser bewegt wird, fällst du oft in die Kategorie der Bootsangler. Du musst also beim Kauf der Erlaubniskarte genau darauf achten, ob das Angeln von Wasserfahrzeugen gestattet ist und ob du eventuell eine spezielle Bootskarte benötigst. Manche Vereine verbieten das Angeln von Schwimmkörpern jeglicher Art strikt, um Ruhezonen für Fische und Vögel zu bewahren.
Darüber hinaus gibt es starke regionale Unterschiede im Fischereirecht. Wenn du beispielsweise im Süden Deutschlands unterwegs bist und einen Trip auf einem der großen Seen planst, solltest du dich vorab über den Angelschein in Bayern und die dortigen Bootsangel-Regeln informieren. Da die Fischereigesetze Ländersache sind, variieren die Bestimmungen stark. Ein Blick auf die Regelungen für alle Bundesländer hilft dir, böse Überraschungen bei einer Kontrolle durch den Fischereiaufseher oder die Wasserschutzpolizei zu vermeiden. Denke immer daran: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, besonders wenn es um das Fischereirecht geht.
Schifffahrtsregeln auf dem Board
Ein SUP gilt als Kleinfahrzeug, weshalb du Ausweichpflichten gegenüber Berufs- und Segelschiffen einhalten musst. Auf Bundeswasserstraßen gelten zudem spezielle Kennzeichnungspflichten.
Sobald du mit dem Board das Ufer verlässt, bist du nicht nur Angler, sondern auch aktiver Teilnehmer am Schiffsverkehr. Rechtlich gesehen wird ein SUP als muskelkraftbetriebenes Kleinfahrzeug eingestuft. Das bringt eine Reihe von schifffahrtsrechtlichen Pflichten mit sich, die du unbedingt kennen musst.
Die wichtigste Regel auf dem Wasser ist die Ausweichpflicht. Als Paddler auf dem SUP bist du verpflichtet, der Berufsschifffahrt, Fahrgastschiffen und auch Segelbooten auszuweichen. Zwar haben muskelkraftbetriebene Boote theoretisch Vorfahrt vor reinen Motorbooten, doch in der Praxis solltest du auf dem wackeligen Board niemals auf dein Recht pochen. Besonders auf stark befahrenen Gewässern und in urbanen Räumen ist Vorsicht geboten. Wer etwa seinen Angelschein in Hamburg nutzt, um auf Elbe oder Alster zu paddeln, muss extrem wachsam gegenüber Barkassen und Containerschiffen sein.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Bundeswasserstraßen. Hier gilt für SUPs eine Kennzeichnungspflicht. Du musst dein Board dauerhaft und gut sichtbar mit deinem Vor- und Zunamen sowie deiner vollständigen Adresse versehen. Oft reicht dafür ein wasserfester Stift im Bereich des Ventils oder ein gut verklebtes Schild.
Zusätzlich musst du beim Angeln darauf achten, wo du dich positionierst. Das Ankern oder Stehenbleiben in der Fahrrinne, im Bereich von Brückenbögen, vor Schleusen oder Wehren ist streng verboten. Auch ausgewiesene Badezonen und Naturschutzgebiete sind absolute Tabuzonen für dich und dein Board. Plane deine Route so, dass du weder den Schiffsverkehr behinderst noch dich selbst in Gefahr bringst, während du auf den Biss wartest.
Waidgerechtes Landen auf dem SUP
Das waidgerechte Landen erfordert auf dem Board besondere Vorsicht und den Einsatz eines ausreichend großen Keschers. Du musst sicherstellen, dass du den Fisch schnell und schonend versorgen kannst.
Der Drill und die Landung eines Fisches gehören zu den spannendsten Momenten, stellen dich auf dem Board aber vor enorme Herausforderungen. Die Waidgerechtigkeit hat hier oberste Priorität. Das bedeutet, dass du den gefangenen Fisch so schnell und schonend wie möglich versorgen musst, ohne ihm unnötiges Leid zuzufügen. Auf dem begrenzten und oft wackeligen Platz eines SUPs erfordert dies eine durchdachte Vorbereitung.
Der Schlüssel zum waidgerechten Landen ist der richtige Kescher. Ein Modell mit kurzem Griff und einem ausreichend großen, tiefen Netz ist ideal, da du es gut mit einer Hand bedienen kannst, während du mit der anderen die Rute führst. Achte unbedingt auf ein gummiertes Netz. Es schont die Schleimhaut der Fische, falls du sie schonend zurücksetzen musst, und verhindert, dass sich deine Haken im Gewebe verfangen.
Sobald der Fisch im Kescher ist, solltest du in eine kniende oder sitzende Position wechseln, um den Schwerpunkt zu senken und das Board zu stabilisieren. Du darfst den Fisch nicht einfach auf das nackte Board legen, wo er unkontrolliert umherschlagen und sich verletzen könnte. Stattdessen muss die Entnahme direkt und zügig erfolgen.
Dafür müssen Fischtöter, ein scharfes Messer und eine Lösezange griffbereit an deinem Körper oder direkt vor dir auf dem Board gesichert sein. Betäube den Fisch noch im Kescher oder auf einer nassen Abhakmatte, die du dir über die Knie legst, und führe direkt danach den Kiemenschnitt durch. Für die Aufbewahrung der Beute eignet sich ein nasser Setzkescher am Board nicht; nutze besser eine geschlossene, kühle Tasche, die du sicher auf dem Heck des Boards verzurrst.
Ausrüstung und Sicherheit beim SUP-Angeln
Zur Grundausstattung gehören neben Rute und Kescher zwingend eine Schwimmweste und eine Leash. Eine wasserdichte Box sichert deine Angelscheine und Papiere vor Nässe.
Beim Angeln vom Board gilt der Grundsatz: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Da der Platz stark limitiert ist, musst du deine Ausrüstung klug zusammenstellen und vor allem auf den Aspekt der Sicherheit achten. Das wichtigste Ausrüstungsteil ist dabei weder Rute noch Köderbox, sondern die Schwimmweste. Trage immer eine ohnmachtssichere Automatikweste. Diese ist leicht, schränkt dich beim Werfen oder Paddeln nicht ein und löst im Falle eines Sturzes ins Wasser selbstständig aus.
Ebenso unverzichtbar ist die Leash (Sicherungsleine), die dich mit dem Board verbindet. Auf großen Seen verhindert sie, dass dein SUP bei Wind und Wellengang abtreibt, falls du ins Wasser fällst. Achtung: Auf Fließgewässern mit starker Strömung oder Hindernissen solltest du eine Leash mit Panikverschluss (Quick-Release am Bauchgurt) verwenden, um dich im Notfall schnell vom Board trennen zu können.
Da du dich mitten auf dem Wasser befindest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass deine Sachen nass werden. Deine offiziellen Dokumente sind jedoch dein wichtigstes Gut. Verstaue deinen Fischereischein, die Gewässerkarte und deinen Personalausweis zwingend in einer absolut wasserdichten Dokumentenbox oder einem hochwertigen Drybag. Bei einer Kontrolle müssen die Papiere lesbar und unbeschädigt vorgezeigt werden können.
Um Frust und Umweltverschmutzung zu vermeiden, muss sämtliches Tackle gesichert werden. Verzurre deine Kühlbox, in der du auch Köder und Proviant unterbringen kannst, mit Spanngurten an den D-Ringen des Boards. Zangen, Scheren und Ruten sicherst du am besten mit speziellen Bungee-Cords (Spiralband mit Karabiner) an deinem Gürtel oder am Board. Fällt dir etwas aus der Hand, sinkt es so nicht sofort unwiederbringlich auf den Gewässergrund.
Falls du noch ganz am Anfang stehst und die rechtlichen Voraussetzungen für dein erstes Abenteuer auf dem Wasser schaffen willst, findest du alle Infos zur Vorbereitung und Prüfung auf https://angelschein-online.net.



