Warum eigener Fischfang die nachhaltigste Option ist
Selbst gefangener Fisch wächst in seinem natürlichen Lebensraum auf und hat keine klimaschädlichen Transportwege hinter sich. Dadurch weißt du immer zu hundert Prozent, woher dein Essen kommt und wie es gelebt hat.
Der Drang zur Selbstversorgung wächst stetig, doch während viele Menschen bereits eigenes Gemüse anbauen oder ihr Brot selbst backen, wird die Herkunft von tierischen Proteinen oft vernachlässigt. Wenn du deinen Speiseplan um hochwertige Proteinquellen ergänzen möchtest, bietet der eigene Fischfang eine unübertroffene ökologische Bilanz. Gekaufter Fisch aus dem Supermarkt hat meist eine extrem problematische Vorgeschichte. Industriefischerei bedeutet in der Regel massiven Beifang, zerstörte Meeresböden durch Schleppnetze und lange, klimaschädliche Transportwege über die halbe Weltkugel. Auch Aquakulturen sind keine perfekte Lösung, da sie oft mit hohem Medikamenteneinsatz und Wasserverschmutzung einhergehen.
Wenn du stattdessen mit der eigenen Angel losziehst, eliminierst du all diese negativen Faktoren auf einen Schlag. Der Fisch, den du aus einem heimischen See oder Fluss entnimmst, ist in seinem natürlichen Lebensraum aufgewachsen. Er hat sich von natürlichen Ressourcen ernährt und hatte ein artgerechtes Leben ohne die Enge von Zuchtbecken. Zudem gibt es beim gezielten Angeln mit der Rute keinen ungewollten Beifang – Fische, die zu klein sind oder geschont werden müssen, können schonend direkt wieder zurückgesetzt werden.
Ein weiterer immenser Vorteil ist der fehlende Transportweg. Im besten Fall fährst du mit dem Fahrrad an dein lokales Gewässer, fängst dein Abendessen und bereitest es wenige Stunden später in deiner eigenen Küche zu. Keine Kühlketten über tausende Kilometer, kein Plastikmüll durch aufwendige Verpackungen und keine undurchsichtigen Lieferketten. Du weißt immer zu hundert Prozent, woher dein Essen kommt, wie das Tier gelebt hat und wie es schonend getötet wurde. Dieser Grad an Transparenz und Nachhaltigkeit ist bei tierischen Lebensmitteln ansonsten fast unmöglich zu erreichen.
Der Weg zum Angelschein für Selbstversorger
Um in Deutschland legal angeln zu dürfen, musst du einen Vorbereitungskurs absolvieren und die staatliche Fischerprüfung bestehen. Dieser Schein ist deine lebenslange Lizenz für die unabhängige Selbstversorgung mit frischem Fisch.
Um in Deutschland legal Fische fangen und dir diese wertvolle Nahrungsquelle erschließen zu dürfen, brauchst du den staatlichen Fischereischein, umgangssprachlich oft Angelschein genannt. Der Gesetzgeber legt großen Wert auf den Tierschutz und die Hege der Gewässer. Daher kannst du nicht einfach eine Rute kaufen und ans Wasser gehen. Du musst zunächst beweisen, dass du das nötige Wissen besitzt, um waidgerecht mit den Tieren und der Natur umzugehen.
Der Weg dorthin führt über einen Vorbereitungskurs, der dich auf die staatliche Fischerprüfung vorbereitet. In diesem Kurs lernst du alles Wichtige über die verschiedenen Fischarten, deren Lebensräume und Schonzeiten. Außerdem stehen Gewässerkunde, Gesetzeskunde sowie Gerätekunde auf dem Lehrplan. Besonders wichtig ist jedoch der praktische Teil der Theorie: Wie wird ein Fisch nach dem Fang betäubt und schmerzfrei getötet? Dieses Wissen ist essenziell für jeden, der Fische für den eigenen Verzehr fangen möchte.
Die Vorgaben für den Kurs und die Prüfung unterscheiden sich je nach Region. Wenn du beispielsweise den Angelschein in Bayern machen möchtest, gibt es spezifische Regelungen zur Anwesenheitspflicht im Kurs, die sich von anderen Bundesländern unterscheiden. Auch für Großstädter ist der Weg zur eigenen Fischversorgung unkompliziert machbar; planst du etwa den Angelschein in München, findest du zahlreiche Kursangebote und Prüfungstermine direkt vor Ort. Hast du die Prüfung einmal bestanden, erhältst du ein Dokument, das dir – in Kombination mit den jeweiligen Gewässerkarten – lebenslang die unabhängige Selbstversorgung mit feinstem, frischem Fisch ermöglicht.
Die besten heimischen Speisefische für deinen Teller
Zu den beliebtesten und schmackhaftesten Fischen in unseren Gewässern zählen Zander, Forelle, Barsch und Hecht. Sie liefern dir hochwertiges Protein und lassen sich hervorragend regional beangeln.
Unsere heimischen Flüsse, Seen und Bäche sind voll von hervorragenden Speisefischen, die geschmacklich und qualitativ jeden importierten Zuchtfisch in den Schatten stellen. Du musst nicht von Lachs oder Thunfisch träumen, wenn direkt vor deiner Haustür kulinarische Highlights schwimmen. Für die Selbstversorgung sind vor allem jene Arten interessant, die gut schmecken, gesund sind und sich regional verlässlich beangeln lassen.
Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht der Zander. Er gilt als der absolute Edelfisch unter den heimischen Süßwasserfischen. Sein weißes, festes Fleisch ist ausgesprochen fettarm, sehr mild im Geschmack und vor allem grätenarm. Das macht ihn zum perfekten Fisch für die Pfanne. Ein weiterer Klassiker ist die Forelle. Sie bevorzugt sauerstoffreiche, kühle Gewässer und liefert dir fantastisches Fleisch, das sich sowohl zum Braten als auch hervorragend zum Räuchern eignet.
Nicht unterschätzen solltest du den Flussbarsch. Optisch ein wunderschöner Fisch, ist er oft auch für Anfänger leichter zu fangen als der Zander. Sein Fleisch ist dem des Zanders sehr ähnlich: fest, weiß und äußerst schmackhaft. Ein weiterer wichtiger Speisefisch ist der Hecht. Gerade im Norden der Republik, etwa bei denen, die ihren Angelschein in Mecklenburg-Vorpommern machen und in den großen Seenplatten angeln, ist der Hecht allgegenwärtig. Obwohl er sogenannte Y-Gräten besitzt, die das Filetieren etwas anspruchsvoller machen, ist sein mageres Fleisch eine Delikatesse. Er eignet sich zudem perfekt für die Zubereitung von saftigen Fischfrikadellen, bei denen eventuell übersehene Gräten im Fleischwolf problemlos zerkleinert werden.
Grundausstattung für den Start am Wasser
Für den erfolgreichen Einstieg benötigst du lediglich eine Allround-Rute, eine passende Rolle sowie Kescher, Maßband und einen Fischtöter für die waidgerechte Entnahme. Teures Spezialequipment ist für die einfache Selbstversorgung anfangs absolut nicht nötig.
Wenn du dich für die Selbstversorgung durch Angeln entscheidest, stehst du vielleicht anfangs ratlos vor den riesigen Wänden in einem Angelgeschäft. Die Industrie suggeriert oft, dass du für jede Fischart und jede Technik eine eigene, hochspezialisierte und teure Ausrüstung benötigst. Für den Start in die eigenständige Nahrungsbeschaffung ist das jedoch absolut nicht der Fall. Du kommst mit einer überschaubaren und budgetfreundlichen Grundausstattung bestens aus.
Als Herzstück deiner Ausrüstung genügt zunächst eine solide Allround-Spinnrute. Eine Rute mit einer Länge von etwa 2,40 bis 2,70 Metern und einem Wurfgewicht von 15 bis 40 Gramm deckt die allermeisten heimischen Raubfische wie Barsch, Zander und Hecht ab. Dazu kombinierst du eine mittelgroße Stationärrolle (Größe 2500 bis 3000), die mit einer geflochtenen Schnur bespult wird. Damit hast du direkten Kontakt zum Köder und spürst jeden Biss.
Viel wichtiger als teures Carbon oder die neueste Rollentechnologie ist das Zubehör für die waidgerechte Entnahme deines Fanges, welches auch gesetzlich vorgeschrieben ist. Du brauchst zwingend einen ausreichend großen Unterfangkescher mit gummiertem Netz, um den Fisch sicher aus dem Wasser zu heben. Ein Maßband ist unerlässlich, um zu prüfen, ob der Fisch das gesetzliche Mindestmaß erreicht hat. Für die tierschutzgerechte Tötung zur Nahrungsverwertung musst du immer einen schweren Fischtöter (zum Betäuben) und ein scharfes Messer (für den Herzstich oder Kiemenschnitt) griffbereit haben. Mit dieser simplen Basis-Ausrüstung und ein paar einfachen Kunstködern bist du bereit für deinen ersten Fang.
Fisch richtig verarbeiten und haltbar machen
Nach dem Fang muss der Fisch zeitnah ausgenommen und fachgerecht geschuppt oder filetiert werden. Durch klassische Methoden wie Einfrieren, Räuchern oder Einkochen machst du deinen wertvollen Fang über viele Monate hinweg haltbar.
Der erfolgreiche Fang ist nur die halbe Miete auf dem Weg zum selbstversorgenden Fischliebhaber. Da du mit einem Lebewesen und einem leicht verderblichen Lebensmittel hantierst, ist die korrekte und zügige Verarbeitung entscheidend. Sobald der Fisch waidgerecht betäubt und getötet wurde, muss er ausbluten. Noch am Wasser oder direkt im Anschluss zu Hause wird der Fisch ausgenommen. Dabei entfernst du alle inneren Organe vorsichtig, ohne die Gallenblase zu beschädigen, da diese das Fleisch sonst bitter machen würde. Auch die Niere, ein dunkler Blutstrang entlang der Wirbelsäule, muss gründlich herausgekratzt werden.
Je nachdem, wie du den Fisch später zubereiten möchtest, folgt das Schuppen oder das Filetieren. Fische, die im Ganzen gebraten oder gegrillt werden (wie etwa Forellen oder kleinere Barsche), werden meist nur entschuppt. Große Fische wie Zander oder Hecht werden bevorzugt filetiert. Mit einem flexiblen Filetiermesser trennst du dabei die reinen Fleischseiten von den Gräten und der Haut.
Da du als Selbstversorger an guten Angeltagen manchmal mehr fängst, als du sofort essen kannst, ist das Haltbarmachen eine wichtige Fähigkeit. Die einfachste Methode ist das Einfrieren. Wenn du die Filets vakuumierst, bleiben sie im Tiefkühler für viele Monate frisch, ohne Gefrierbrand anzusetzen. Eine traditionelle und besonders schmackhafte Methode ist das Räuchern. Durch das Einlegen in eine Salzlake und das anschließende Heißräuchern wird der Fisch nicht nur gegart und haltbar gemacht, sondern bekommt auch ein herrliches Aroma. Sogar das Einkochen in Weckgläsern erlebt ein Comeback – so lassen sich etwa Fischfonds aus den Gräten und Köpfen oder eingeweckte Fischklößchen wunderbar in der Vorratskammer lagern.
Alle weiteren Informationen zum Ablauf, den Kosten und den passenden Vorbereitungskurs für deinen Start findest du direkt auf angelschein-online.net.



